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                    Die Gesellschaft zur Verschönerung Litauens

Im Jahre 1918 erklärte der gerade wieder erstandene litauische Staat seine Unabhängigkeit. Die Bürger des Landes sahen dies als eine große Chance an, ein vollwertiges Mitglied in der internationalen Staatengemeinschaft zu werden. Sie suchten nach Mitteln und Initiativen, um die nationale Identität des jungen Staates zu stärken und alsbald auf internationaler Ebene Anerkennung zu finden.

Eine dieser Initiativen führte 1921 zur Gründung der „Gesellschaft zur Verschönerung Litauens“. Ihr gehörten führende Köpfe und patriotisch gesinnte Persönlichkeiten des Landes an.  Mit der Leitung der Gesellschaft wurde zunächst Juozas Tumas-Vaižgantas (1869-1933) betraut, er hatte sich schon lange vor Erlangung der Unabhängigkeit als Priester und Schtiftsteller, als Patriot und Freiheitskämpfer beim Volk einen Namen gemacht. Sein Stellvertreter wurde der bekannte Forstwissenschaftler Professor Povilas Matulionis (1860-1932). Zum Vorstand gehörten ferner der Naturwissenschaftler Professor Tadas Ivanauskas (1882-1970), der Botanikprofessor Liudas Vailionis (1886-1939), Stasys Šilingas (1885-1962, Justizminister und später Vorsitzender des Staatsrates) und der Ingenieur Eugenijus Kubilius. Die Nachfolger von Tumas-Vaižgantas waren der Arzt und Archäologe General Vladas Nagevičius (1881-1954) und Oberst Vladas Braziulevičius (1895-1972), der unter anderem von 1920 bis 1940 Leiter des Armeetheaters, Regissieur und Schauspieler war [1]. Sie alle genießen bis heute den Ruf, fortschrittliche und  demokratisch eingestellte Persönlichkeiten gewesen zu sein.

Die in der Vereinigung organisierten Patrioten widmeten sich mit großer Sorgfalt und Hingabe dem Schutz und der Pflege des traditionsreichen kulturellen Erbes Litauens. Ihr Augenmerk galt aber genauso einem von hohen ethischen Ansprüchen geprägten Aufbau der neuen nationalen Kultur, was ein umfassendes Bildungsniveau der nachwachsenden Generationen als klares Ziel mit einschloss.  

Als wichtiges historisches Ereignis ist der durch die Gesellschaft organisierte nationale Kongress zu werten, der am 25. Juni 1925 in Veliuona tagte. Ebenso wurde die Aufnahme weiterer bedeutender nationaler Gedenktage in den Jahreskalender durch die Gesellschaft veranlasst. Ein besonders schönes und bewegendes Ereignis der nationalen Geschichtsaufarbeitung war die von der Gesellschaft 1930 veranlasste Gedenkfeier zum 500. Todestag des populären litauischen Großfürsten Vytautas, des ungekrönten Königs von Litauen. Auf Initiative der Gesellschaft wurden im Jahre 1930 in ganz Litauen Vytautas-Denkmäler errichtet und durch das ganze Land wurde ein großes Vytautas-Porträt getragen.

Die Gesellschaft zur Verschönerung Litauens hat einen bedeutenden Beitrag dazu geleistet, das litauische Volk in Eintracht und Stärke zusammenzuschweißen. Nur im Bewusstsein der Einheit und der nationalen Stärke war es möglich, der 50-jährigen Fremddiktatur der sowjetischen Besatzer standzuhalten. Weder die Ermordung der engagierten Patrioten oder deren Deportation konnten das Nationlagefühl der Litauer brechen.  

Zu den ersten Maßnahmen der sowjetischen Besatzer gehörte es, die Gesellschaft zur Verschönerung Litauens zu verbieten und ihre Mitglieder zu verfolgen. Erst am 23. Juni 1995 wurde die Gesellschaft mit ihrem Vorsitzenden, dem ehrwürdigen Monseigneur Kazimieras Vasiliauskas (1922-2001) und weiteren engagierten Patrioten wieder ins Leben gerufen. Damit kam – 55 Jahre nach ihrer Zwangsauflösung – eine schwierige, aber auch dankbare Aufgabe auf die Mitglieder, insbesondere den Vorstand, zu. Wiederum galt und gilt es, in Vergessenheit geratene Volkstraditionen in die Erinnerung der Menschen zu rufen, dem Nationalgefühl neues Bewusstsein zu verleihen. Dass diese Bestrebungen unter der Leitung des Vorstandsvorsitzenden Juozas Dingelis nicht erfolglos waren, zeigt die Entwicklung der Gesellschaft: Innerhalb von 13 Jahren wurde sie zu einer der größten gemeinnützigen Organisationen des Landes.

Mit ihren Aktivitäten hat sie zum Natur- und Kulturschutz, zur Festigung des nationalen Selbstbewusstseins, der Eintracht und der Toleranz einen erheblichen Beitrag geleistet. Die Gesellschaft schart die engagiertesten Bürger, die klügsten Köpfe des Landes und viele litauische Demokraten um sich. Sie zählt heute insgesamt 4.000 Mitglieder, die in 60 regionalen Verbänden in den Kreisen und Kommunen des Landes organisiert sind. Ehrenvorsitzender ist der Dichter Justinas Marcinkevičius.

Die Mitglieder engagieren sich nach wie vor für vielfältige Aktivitäten, die dem kulturellen Aufbau dienen. Sie sind von dem Wunsch geleitet, die Nation zusammenzuschweißen. Darüber hinaus werden Konferenzen und Seminare zu Umweltfragen veranstaltet. Großer Beliebtheit erfreuen sich landesweite Wettbewerbe zur Ermittlung der schönsten Dörfer, Wohnanlagen und öffentlichen Einrichtungen. Ein großes Augenmerk gilt weiterhin der Bewahrung kulturhistorischer Ereignisse und traditioneller Bräuche.

Im Jahre 2008 organisierte die Gesellschaft Konferenzen und Seminare zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls, zum Naturschutz und zur Pflege des Kulturerbes und dessen Nutzung bei der Erarbeitung von Strategien für die komplexe Entwicklung des Landes. Am 6. Juli 2008 fand bereits zum dritten Mal die landesweite Aktion „Das Licht der Burgberge“ statt. Sie stärkt das gemeinsame Nationalgefühl und fördert das Geschichtsinteresse der Menschen.

Die kleine Stadt Veliuona wurde am 29. Juni 1925 auf dem I. Nationalen Kongress zu einem sakralen Ort der Kämpfe Litauens um seine Freiheit erklärt. Wir wollen das historische Vermächtnis des Kongresses erfüllen und in Veliuona eine Gedenkstätte der Freiheitskämpfe Litauens errichten. Immer am 6. Juli, dem Staatsfeiertag, trifft sich unsere Gesellschaft in Veliuona. Auf mehr als hundert historischen Erhebungen werden an diesem Tag um 21 Uhr landesweit Feuer zu Ehren der altlitauischen Feuergöttin Gabija entfacht. Damit geben wir unserem Nationalgefühl, dem Bekenntnis zu Freiheit und Unabhängigkeit und dem Gedenken an die Opfer des langen Freiheitskampfes sichtbaren Ausdruck.

Im Jahre 2008 fand in Litauen eine Ausschreibung statt, um das schönste  Haus, die schönste Gemeinde und das schönste Wohngebiet des Landes zu finden. Damit verbinden wir unseren innigen Wunsch, dass 2009 zum „Millennium“ Litauens ganz Litauen aufblühen möge. Die Gesellschaft gab einen Bildband „Tėvynės meilės ir grožio keliu“ (dt. „Auf dem Wege der Heimatliebe und des Schönen“) heraus. Nun ist auch ein Bildband über die schönsten Gebäude und Gemeinden geplant.

Eines der Ziele der Gesellschaft zur Verschönerung Litauens besteht in der Pflege humanitärer und kultureller Beziehungen zu den EU-Ländern. Wir bemühen uns unentwegt, um freundschaftliche Kontakte mit ähnlichen gemeinnützigen Organisationen aufzunehmen, wir wünschen uns, dass diese Kommunikationsbestrebungen von staatlichen Stellen und der EU unterstützt werden. Wir hoffen dabei natürlich auch sehr auf die tatkräftige Unterstützung der litauischen Regierung und der EU-Politiker. Die Investionen in die Kultur, die Erhaltung und Pflege des Landschaftscharakters sind für ein kleines Volk lebensnotwendig.

Die Gesellschaft zur Verschönerung Litauens ruft gemeinnützige Organisationen, Institutionen, Stiftungen und alle engagierten Bürger zur Partnerschaft und Zusammenarbeit bei der Umsetzung von gemeinsamen Projekten zum Erfahrungsaustausch, zum kulturellem Austausch, zum Schutz des Erbes und zur Verschönerung und Erhaltung der Umwelt auf.

Für Vorschläge und Hinweise wären wir dankbar.  

[1] Er war ein vielseitig gebildeter Mann, hatte Romanistik und Lituanistik studiert. Im Juli 1940 wurde er von den sowjetischen Besatzern festgenommen und inhafriert im Kaunasser Gefängnis; wöhrend des Aufstandes am 23. Juni 1941 wurde er befreit. 1944 floh er vor den Sowjets, lebte einige Jahre in Deutschland, arbeitete im Litauischen Gymnasium Hüttenfeld/Lampertheim als Lehrer

Mit freundlichem Gruß

Juozas Dingelis
Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft zur Verschönerung Litauens






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